Freitag, 17.09.10

Nachts fängt es wieder an zu regnen. Na gut, wir fahren trotzdem Richtung Kata Tjuta, was soviel heißt wie „viele Köpfe“. Diese Gebirgsformation besteht aus 36 einzelnen Kuppen. Während wir dort hin fahren, wird der Regen immer stärker. Das hält uns aber trotzdem nicht davon ab, auf dem Parkplatz auszusteigen und zunächst die erste Teilstrecke des Rundweges „Valley of the Winds“ in Angriff zu nehmen.










Nach Angaben der Informationstafel sind es nur ca. 1,2 km hin und zurück bis zum ersten Aussichtspunkt. Wir haben schließlich unsere neuen Hüte und sind gegen den Regen gewappnet. Inzwischen lässt der Regen etwas nach, also gehen wir auch das zweite Teilstück, was allerdings schon etwas anspruchsvoller ist. Als Rolf dann den ganzen Rundweg machen will, würde ich am liebsten streiken. Aber der Gedanke, dass ich dann das soeben bewältigte Stück allein zum Auto zurück gehen muss, lässt mich dann doch auch weitergehen. Wenn ich gewusst hätte, was da auf mich zu kommt, hätte ich wahrscheinlich doch das Risiko auf mich genommen und wäre allein zurück gegangen! Wenn es nicht durch Fotos belegt wäre, würde mir wahrscheinlich keiner glauben, dass ich dort hoch- und wieder runtergekraxelt bin. Einmal ist meine Höhenangst so schlimm, dass ich weder vor noch zurück will. Am liebsten würde ich an Ort und Stelle warten, bis Rolf zurück kommt, aber es ist ja ein Rundweg. Also: Irgendwie muss ich meine Panik in den Griff bekommen, ich atme mehrmals tief durch, jetzt nur noch das Zittern meiner Knie und Hände bewältigen. Mir ist so was von schlecht, ich glaube, ich muss mich übergeben.










Aber dann hole ich noch mal tief Luft und gehe los. Ich schaue nur vor mich nach unten auf den nächsten Schritt, den ich machen muss, weder werfe ich einen Blick nach oben noch nach unten. Irgendwann hab ich es dann geschafft und es geht wieder normal weiter. Doch nicht lange danach, müssen wir das, was wir eben hoch geklettert sind, wieder runter, wieder wird mir schlecht und ich bekomme keine Luft.





















Runter ist noch schlimmer als rauf. Nach längerer Vorbereitungszeit habe ich auch den Abstieg geschafft. Danach geht es eigentlich ganz gut weiter,



















wir müssen nur zwischendurch über größere Bäche springen etc.
Nach etwas über zwei Stunden haben wir das „Valley of the Winds“ geschafft. Kaum sitzen wir wieder im Auto wird der Regen so stark, dass wir beschließen Richtung Alice Springs zurück zu fahren. Wir wollen noch bei den Henbury-Meteoritenkratern vorbei und dort auf dem Campingplatz übernachten. Abends gegen 17 Uhr erreichen wir die „Ernest-Giles-Road“, die zu den Kratern führen soll. Da es den ganzen Tag geschüttet hat, ist die „Straße“ eine einzige Matschstrecke. Ziemlich am Anfang sehen wir einen steckengebliebenen kleinen Toyota, der wohl seine Fähigkeiten etwas überschätzt hat.










Als wir am Ende der Piste ankommen, sehen wir statt eines Campingplatzes allerdings nur eine Picnic Area. Also kehren wir schnellstens um, weil es schon dunkel wird und fahren noch die 40 km weiter zum nächsten Campingplatz.

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