Heute schlafen wir eine Stunde länger als gestern, denn wir waren echt kaputt. Um 09.00 Uhr gehen wir frühstücken, Rolf isst zusätzlich zu unserem „normalen Frühstück“ auch noch eine kleine Portion gebratene Nudeln. Die Chinesen essen morgens ähnlich wie die Engländer auch schon was Warmes, z. B. fangen viele mit einer Tasse Suppe an. Ich hab mich gewundert, warum sie eine Schüssel mit heißem Wasser auf dem Tisch stehen hatten, aber da kamen dann die chinesischen Nudeln rein. Außerdem gibt es Gemüse, kleine Würstchen, Spiegeleier, Dim Sum (kleine Gerichte, die frittiert oder gedämpft sind), Reis, Wan Tan (ge-füllte Teigtaschen), Salat und eben Toast, Marmelade, Müsli, Obst, Joghurt. Alles, was das Herz begehrt. Für heute haben wir von Svenja keine To-Do-Liste bekommen, wir orientieren uns also am Reiseführer. Für gestern Abend hatte Svenja uns den Tipp gegeben, evtl. in Soho essen zu gehen und dann mit der längsten Rolltreppe der Welt durch Soho zu fahren. Es sind 20 hintereinander gestaffelte Rolltreppen, die in ca. 20 Min. hinauf in die edleren Wohnviertel den sogenannten Mid Levels führen. Wenn man sich vorstellt, man müsste die 20 Min., die man mit der Rolltreppe fährt zu Fuß hoch laufen und das bei der hohen Luftfeuchtigkeit.....
Nachdem wir das alles dann wieder runter gelaufen sind, wollen wir ins Finanzviertel. Jeder, der schon mal in Hongkong war, hat uns dieses Viertel als unbedingtes Muss empfohlen. Zuerst laufen wir von Soho aus zu Fuß zum Two IFC, mit 415 m das zweithöchste Gebäude in Hongkong. Das höchste Gebäude ist das ICC (International Commerce Centre), mit 488 m und einer tollen Bar mit Aussichtsterrasse, das erst Anfang 2010 fertig gestellt wurde. Leider können wir uns nicht mehr an diesen Namen erinnern, denn dieses Gebäude steht noch nicht in unserem Reiseführer. Da wir nicht immer Internet haben, konnten wir vorher auch nicht in Svenja`s Blog nachlesen, welches Gebäude denn nun das Höchste ist. Nach dem Two IFC steht die Bank of China auf unserem Plan, wieder ca. 10 -15 Min. zu Fuß zu laufen. Nach einer aufwendigen Prozedur, bei der zuerst unsere Personalausweise eingescannt und unsere Taschen wie am Flughafen gecheckt werden, erhalten wir einen Besucherausweis und können mit dem Fahrstuhl in den 43. Stock hochfahren. Von hier aus haben wir wieder einen tollen Blick auf Hongkongs Wolkenkratzer. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich noch etliche andere Bauwerke, u. a. der Lippo-Centre, ein bläulich spiegelnder Bürokoloss, bestehend aus je 2 achteckigen Blöcken, 44 und 48 Stockwerke hoch. Diese beiden werden übrigens Koala-Türme genannt, da sie den Eindruck erwecken, als ob Koalas an der Hauswand empor klettern. Es ist tatsächlich so, dass man sich wie eine Playmobilfigur fühlt, wenn man unten vor diesen hohen Gebäuden steht.
Was machen wir jetzt? Erstmal ne kurze Pause in einem Park. Rolf will unbedingt noch in einen Computerladen, der Name des riesigen Elektronikmarktes, den Svenja mal erwähnte, fällt uns nicht mehr ein, aber im Reiseführer wird auch einer genannt, der über drei Stockwerke hat. Ein Traumland für Männerherzen. Rolf kann dort auch eine Kleinigkeit für seinen Fotoapparat erstehen, die Preise sind wirklich günstig. Dieses Elektronikland befindet sich in der Nähe des Ladies-Market, deshalb bummeln wir hier auch noch mal und essen noch eine Kleinigkeit. Die Verständigung bei der Bestellung ist etwas schwierig, wir können dieses Englisch einfach nicht vernünftig verstehen. Danach orientieren wir uns wieder Richtung Hotel, mittlerweile merken wir unsere Füße nicht mehr. Unser Weg führt uns über einen „Foodmarkt“ mit vielen Obst-, Gemüse, Fisch- und Fleischständen.
Im Hotel fragen wir, wo wir denn wohl noch nett etwas trinken gehen könnten, da unser Hotel leider keine Bar hat. Der nette Türsteher zeigt uns auf der Karte, das Viertel, O-Ton „nicht weit“. Unsere müden Füße sind da allerdings anderer Meinung. Endlich erreichen wir unser Ziel, hier fängt die Partymeile an und auch das Rotlichtviertel. Es ist noch etwas früh, aber einige Bars haben schon geöffnet. Unsere Bar hat grad Happy Hour, wir bekommen 2 Biere für den Preis von einem und haben so eine maximale Ausbeute unserer letzten Dollars.
Danach machen wir uns im Hotel noch etwas frisch und wechseln die Kleidung. Viel zu schnell schon, kommt der Air Shuttle Bus und holt uns ab. Noch einmal werden wir einen Blick auf das nun nächtlich erleuchtete Hongkong.Zwei Tage sind leider viel zu kurz um alles zu sehen, aber wir sind auch so schon sehr beeindruckt. Hongkong ist eine Stadt der Superlative, es sind unwahrscheinlich viele Leute unterwegs, die Strecken, die hier zurück gelegt werden, sind unglaublich und höhere Wolkenkratzer haben wir noch nirgendwo gesehen. Man ist buchstäblich in einer völlig anderen Welt.
Unser Flugzeug startet pünktlich um 23.50 Uhr. Da wir so müde vom vielen Laufen sind, dauert es nicht lange, wir schlafen trotz heftiger Turbulenzen nach dem Abendessen schnell ein.
Eine Stadt der Superlative !!! Jetzt wisst ihr selber warum ich "mein Hong Kong" so vermisse :))
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